Die Gender-Frage

In der heutigen Zeit, in der Frauen und Männer gleichberechtigt sind, tritt häufig die Frage nach Gleichberechtigung in der Sprache auf. In der Sprache werden meistens die grammatisch maskulinen Formen als die neutrale, allgemeine Form verwendet. Davon fühlen sich aber einige Frauen diskriminiert, daher suchen viele Studenten und Wissenschaftler nach Formen, die auch das weibliche Geschlecht eindeutig einschließen.

Es gibt dafür verschiedene Lösungen. So kann man sich zum Beispiel dafür entscheiden, alle Berufsbezeichnungen immer konsequent in beiden Geschlechtsformen anzugeben, z. B. Mitarbeiter/‑innen. Das ist allerdings nur dann zu empfehlen, wenn man über die gesamte Arbeit konsequent darauf achtet, dass wirklich alle Bezeichnungen in diesen zwei Formen auftreten, sonst tritt eine Inkonsequenz auf, die das Gesamtbild der Arbeit stört.

Feministinnen entscheiden sich manchmal für die zweite Lösung: alle Bezeichnungen nur in der weiblichen Form hinschreiben, z. B. Mitarbeiterinnen. Ich persönlich sehe diese Lösung kritisch, da hier wiederum eindeutig das männliche Geschlecht diskriminiert wird.

Die dritte Lösung ist einfach und elegant. Es wird weiterhin in der allgemein als neutral empfundenen maskulinen Form geschrieben und fügt in der Einleitung oder in einer Fußnote die kleine Anmerkung an, dass die maskuline Form beide Geschlechter gleichermaßen einschließt.

 

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2 Gedanken zu “Die Gender-Frage

  1. gripseljagd schreibt:

    „fühlen…sich….diskriminiert“ sagt alles, es ist nicht real sondern nur gefühlt und die Ungerechtigkeit entsteht erst durch die Wahrnehmung verknüpft mit eigenen Vorurteilen die nicht der Realität entspricht. Bei realer Diskriminierung, die es gibt, die sprachlich auch möglich, ist sehe ich auch Handlungsbedarf.
    Fußnote ist cool, da schreibe ich jetzt immer, Beleidigungen sind rein zufällig, nicht gewollt und ein Empfängerproblem.
    Ich bin gegen diesen ganzen Quatsch, nicht weil ich Frauen für nicht gleichberechtigt halte, sondern genau weil ich dieses tue, schon ganz tief in mir und jetzt mir eingeredet wird ich muss meine Sprache anpassen und jedes mal zwischen Männer, Frauen usw. unterscheiden, was ich aber gar nicht tue. Ich muss künstlich differenzieren wo ich keinen Unterschied fühle, es für mich keinen gibt (in Bezug auf die Gesellschaft, Arbeit usw.). Das ist für mich alles ein gewaltiger Schritt zurück.

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    • wortwandelnde schreibt:

      Es ist schön, dass du dir darüber Gedanken machst und es hinterfragst. Tatsächlich ist in den letzen Jahren die Genderfrage an den Universitäten stark in den Vordergrund gerückt. Dies hat wie fast alles auf der Welt zwei Seiten – einerseits gibt es tatsächlich noch viele „Baustellen“ in dieser Hinsicht und Frauen werden in bestimmten Bereichen benachteiligt, deshalb ist es nicht verkehrt, dass es z.B. Gleichberechtigungsbeauftragte an den Universitäten gibt. Andereseits nimmt die sprachliche „Gleichberechtigung“ teilweise skurille Formen an, die einen schmunzeln lassen (z.B. „Patienten und Patientinnen, die schwanger sind, sollten…“).
      Trotzdem müssen Studenten sich beim Schreiben ihrer Arbeiten an bestimmte formale Vorgaben halten – dazu gehört oft auch die sprachliche Glechberechtigung.

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