Allgemein, Wissenschaftliche Arbeiten

Verwendung von Zitaten

Manchmal setzten Studenten Zitate in ihren Arbeiten falsch ein. Mir ist aufgefallen, dass Zitate häufig als eine Art „Ersatz“ für eigene Sätze oder Textpassagen verwendet werden und einfach unkommentiert dastehen. Zitate sollten aber möglichst in den eigenen Text eingebunden werden, indem sie entweder mit ein paar Worten eingeleitet oder hinterher kommentiert werden und Bezug auf sie genommen wird.

Zitate sollte man immer mit Bedacht wählen, sodass sie die eigenen Aussagen untermauern und belegen. Oder sie müssen analysiert, interpretiert und anschließend eigene Schlüsse daraus gezogen werden.

Es gibt zwei Fälle, in denen ein Zitat als überflüssig zu bewerten ist:

1. Wenn ein Zitat nur „schmückendes Beiwerk“ ist und inhaltlich nichts zu der Arbeit beiträgt.

2. Wenn er den eigenen Text ersetzt.

Im zweiten Fall kann manchmal auf das Zitat verzichtet und der Inhalt mit eigenen Worten wiedergeben werden (in der Quellenangabe mit „vgl.“ angeben).

Allgemein, Rechtschreibung, Wissenschaftliche Arbeiten

Apostroph bei Abkürzungen

Der Student schreibt über Nichtregierungsorganisationen und möchte die Abkürzung NGO verwenden. Alles ist stimmig und gut, bis er irgendwann die Mehrzahl verwenden möchte und vor der schwierigen Frage steht: Heißt es nun richtig NGOs, NGO`s oder doch vielleicht NGO?

Die Antwort lautet: NGOs. In der deutschen Sprache werden Apostrophe beim Plural-„s“ grundsätzlich nicht verwendet. Das gilt auch für Abkürzungen.

Stilistik, Wissenschaftliche Arbeiten

Stilistik: Personalpronomen

Der Stil einer wissenschaftlichen Arbeit unterscheidet sich von dem anderer Textsorten. Immer wieder wird von Studenten in der 1. Person Singular geschrieben, wenn sie ihre Forschungsfrage, ihre Methoden und eigene Meinung beschreiben. Tatsächlich ist es in vielen Ländern wie z. B. in Polen oder Tschechien vollkommen legitim, diese Form in wissenschaftlichen Arbeiten zu verwenden. An den meisten deutschen Universitäten wird es hingegen nicht gerne gesehen. So ist in deutschsprachigen Arbeiten das Personalpronomen „ich“ meist zu vermeiden. Solche Sätze, in denen die persönliche Meinung oder Zielsetzung kundgegeben wird, werden am besten mit Wendungen wie „die Verfasserin der vorliegenden Arbeit“ oder „die Autorin dieser Arbeit“ formuliert. So wird eine Distanz zur eigenen Person geschaffen, es ist aber dennoch deutlich, dass es die eigene Meinung ist. Diese Form ist allerdings für viele Studenten zunächst gewöhnungsbedürftig.

In die gleiche Kategorie fällt die persönliche Anrede des Lesers. Was vielleicht in Werbetexten oder Märchen gut passt, ist in einer wissenschaftlichen Arbeit nicht angemessen. Also sollten weder das Personalpronomen „Sie“ noch Pronomen, die den Leser mit einschließen z. B. „uns“ oder „wir“ eingesetzt werden. Ein Beispiel zur Veranschaulichung: „Die Untersuchung der uns hier vorliegenden Werke auf schwarzromantische Elemente“ In diesem Satz reicht es aus, das „uns“ wegzulassen.

Allgemein, Rechtschreibung, Wissenschaftliche Arbeiten

Die Vergleichspartikel „wie“ und „als“

Es gibt in der deutschen Sprache durchaus tückische Wörter. Vor allem jene Personen, die sonst selbst wenig schreiben und eher mit der gesprochenen Sprache vertraut sind, tappen in solche Fallen wie diese. Die Rede ist von dem richtigen Gebrauch von „wie“ und „als“.

Hier ist ein Beispiel, in dem „wie“ falsch gebraucht wird:

„Laut dem Autor X haben Kinder ein größeres Gefühlschaos wie Erwachsene.“

Warum ist dies falsch? Schließlich sind sowohl „wie“ als auch „als“ Vergleichspartikel. Da liegt die Annahme nahe, man könne sie synonym verwenden.

Falsch ist es, da sie doch nicht in dem gleichen Bedeutungskontext verwendet werden: „Als“ drückt die Ungleichheit aus z. B. „Kinder haben ein größeres Gefühlschaos als Erwachsene“, während „wie“ die Gleichheit ausdrückt z. B. „Ich bin genauso alt wie du.“ Der oben stehende Satz ist sehr stark umgangssprachlich, könnte uns dennoch in der gesprochenen Sprache bei dem ein oder anderen begegnen. In wissenschaftlichen Arbeiten und anderen hochsprachlichen Texten dürfte ein solcher Satz allerdings nicht stehen.

Rechtschreibung, Wissenschaftliche Arbeiten

Allgemeine Tipps zur Korrektur von wissenschaftlichen Arbeiten

Meine Erfahrung als Korrektorin hat gezeigt, dass Studenten in ihren Haus- und Abschlussarbeiten immer wieder die gleichen Fehler machen. Wer also beim Überarbeiten seiner wissenschaftlichen Arbeit folgende Punkte beachtet, vermeidet schon viele unnötige Fehler:

  • Schreibe keine zu langen Sätze. Bei mehr als zwei Einschüben wird der Satz oft zu unübersichtlich.
  • Achte darauf, dass die Pronomen einen klaren Bezug haben. Häufig wird „dies“ am Satzanfang verwendet, ohne dass zu hundert Prozent klar wäre, worauf es sich bezieht.
  • Prüfe, ob die Kapitelnummerierung wirklich durchlaufend ist. Nichts ist ärgerlicher, als nach dem Binden der Arbeit festzustellen, dass die Nummern nicht stimmen.
  • Prüfe auch, ob die Seitenzahlen zwischen Text und Inhaltsverzeichnis tatsächlich übereinstimmen.
  • Achte auf eine einheitliche Schreibweise von Fachbegriffen und Wörtern.
  • Auch die Formatierung von Hervorhebungen und Bildunterschriften sollte einheitlich sein.
  • Sind alle Informationen, die nicht von dir selbst stammen, mit Quellenangaben versehen?
  • Doppelte Leerzeichen kannst du mithilfe der Ersetzen-Funktion von Word finden.
  • Abkürzungen im Fließtext sollten vermieden werden. Nur in Klammern und Fußnoten können sie verwendet werden.
  • Hast du alle Zahlen bis 12 ausgeschrieben? Nur Zahlen, denen eine Einheit nachfolgt (z. B. 5 kg), sind davon nicht betroffen.
  • Verwende keine rhetorischen Fragen. Es wird in wissenschaftlichen Arbeiten lieber gesehen, wenn du die Fragen indirekt formulierst.

Wenn du das Gefühl haben solltest, „betriebsblind“ geworden zu sein und die eigenen Fehler nicht mehr zu sehen, hilft es manchmal, die Arbeit einige Tage liegen zu lassen. Dann hast du einen frischen Blick darauf. Empfehlenswert ist auch, deine Arbeit einem Kommilitonen oder Familienmitglied zum Gegenlesen zu geben. Da diese allerdings nicht immer „Grammatik- und Rechtschreibgenies“ sind, kann unter Umständen auch eine professionelle Korrektur helfen.

Allgemein

Fehlerquelle Infinitivsatz

Ein sehr häufiger Fehler betrifft die Kommasetzung bei Infinitivsätzen. Infinitivsätze, oder auch satzwertige Infinitivkonstruktionen, sind eigentlich keine Nebensätze, nehmen aber eine ähnliche Funktion ein und bilden gemeinsam mit dem Hauptsatz ein Satzgefüge:

„Franz will mit dem Zug fahren, anstatt mit dem Flugzeug zu fliegen.“

Kennzeichnend für die satzwertigen Infinitivkonstruktionen ist das Infinitivpartikel zu. Es gibt sowohl uneingeleitete als auch eingeleitete (durch Infinitivkonjunktionen wie um, anstatt, ohne) Infinitivsätze.

Die Ursache für die Kommafehler bei Infinitivkonstruktionen bei den meisten Betroffenen liegt wahrscheinlich noch in der Schulzeit: Viele haben sich gemerkt, dass der Lehrer mal gesagt hat, bei Infinitivsätzen sei das Komma frei wählbar. Es dürfe zwar dort stehen, müsse es aber nicht.

Das ist aber nur ein Teil der Wahrheit. Tatsache ist, dass in manchen Fällen das Komma nicht fakultativ ist, sondern dort stehen muss.

Drei Fälle sollen hier aufgelistet werden, in denen das Komma keine Frage der Wahl ist:

  1. Der Infinitivsatz wird eingeleitet. Einleitende Konjunktionen sind z. B. als, anstatt, außer, daran, darum, darauf, um, ohne, statt.

„Die Werbung wurde bewusst eingesetzt, um den Konsumenten zu manipulieren.“

  1. Im Hauptsatz steht ein Verweiswort, das auf den Infinitivsatz Bezug nimmt. Solche Wörter können z. B. es, daran, darauf, darin, dazu

„Er setzte alles daran, den Preis zu gewinnen.“

  1. Der Infinitivsatz ist von einem Substantiv abhängig.

„Es bot sich ihm die Möglichkeit, mit ihr nach Italien zu fahren.“

Wer unsicher ist, wann das Komma freiwillig gesetzt werden kann und wann es dort stehen muss, bekommt von mir den Rat, besser bei jeder Infinitivkonstruktion ein Komma zu setzen. Damit macht man weniger Fehler als bei der umgekehrten Strategie – nie welche zu setzen.  

 

 

 

Rechtschreibung

Fehlerquelle Relativsatz

Relativsätze sind Nebensätze, die durch die Relativpronomen „der, die, das“, „welcher, welche, welches“, „dessen, deren“ und „was“ und durch Relativadverbien „wo, womit, wofür…“ eingeleitet werden. Sie geben Zusatzinformationen zu dem Nomen/Pronomen, dem sie nachfolgen. An dieser Stelle wären wir schon bei dem ersten häufigen Fehler: Oftmals wird der Relativsatz an falscher Stelle im Satz begonnen. Dabei muss er möglichst direkt dem Nomen/Pronomen, das er näher bestimmt, nachfolgen.

Des Weiteren muss der Relativsatz durch Kommata abgetrennt werden – sowohl zu Beginn als auch am Ende.

Weiterhin stiftet die Wahl des richtigen Relativpronomens Verwirrung. So fragen sich viele, wann sie „der, die, das“ und wann „welcher, welche, welches“ verwenden sollen. Im Sprachgebrauch ist „der, die, das“ üblicher. „Welcher, welche, welches“ kann benutzt werden, um Wiederholungen zu vermeiden, z. B. „Die Dame, die die Katzen füttert.“ vs. „Die Dame, welche die Katzen füttert.“

Vor dem Relativpronomen kann übrigens auch eine Präposition stehen. Dann steht das Komma sowohl vor dem Relativpronomen als auch vor der Präposition: „Das Auto, mit dem ich zur Arbeit fahre, ist heute in der Werkstatt.“