Tag des Übersetzers

Heute ist ein Feiertag – das wissen nicht viele. Im Mittelpunkt stehen der Übersetzer und das Übersetzen. Im Jahr 1991 legte die International Federation of Translators, der weltweite Dachverband der Übersetzer, den 30. September als Tag des Übersetzers fest. Der Grund dafür ist, dass es der Todestag des Hl. Hieronymus ist, des Schutzpatrons der Übersetzer.

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Kunden naher/kundennaher Service

In einer Arbeit, die ich heute korrigiert habe, tauchte das Problem von Adjektiven auf, die aus Substantiv und Adjektiv zusammengesetzt sind. Der Student ließ sich durch das Substantiv in die Irre führen und schrieb „Anwender nahe Systeme“ und „Produktions nahe Landschaften“. Hier gilt allerdings wie bei allen Adjektiven, dass sie klein- und zusammengeschrieben werden: anwendernahe Systeme, produktionsnahe Landschaften. Dies gilt auch für Adjektive wie tierfreundlich, wassertauglich oder wasserfest.

Zusammen- und Getrenntschreibung bei Verben

Ein häufiger Rechtschreibfehler auf Wortebene ist die Zusammen- und Getrenntschreibung von Verben. Dies bereitet Studenten oft Schwierigkeiten. So kann eine solche Formulierung zum Fallstrick werden: „Im Allgemeinen lässt sich fest halten, dass“

Wie kann man aber wissen, ob ein Verb zusammen- oder getrennt geschrieben wird? Es gibt dafür bestimmte Merkhilfen (Ausnahmen gibt es immer):

Getrennt geschrieben werden Verbindungen aus

Verb + Verb,  z.B. spazieren gehen

Verb+Partizip (erkennt man am ge-), z.B. kennen gelernt

Nomen+Verb, z.B. Ski fahren (nicht jedoch wenn sie als Substantive gebraucht werden, das Skifahren)

Zusammengeschrieben werden

einige Verbindungen aus Adjektiv und Verb, z.B. das oben genannte festhalten und Verbindungen aus Partikel und Verb  z.B. angehen

Verwirrung stiftet auch diese Frage: Warum wird zusammenschreiben zusammengeschrieben und getrennt schreiben getrennt geschrieben? Logisch erscheint es nicht, doch es wurde festgelegt: zusammenschreiben besteht aus Adverb+Verb (diese werden ebenfalls zusammengeschrieben), getrennt schreiben besteht aus Partizip+Verb (diese Verbindung wird getrennt geschrieben).

Wer sich noch mehr zum Thema informieren möchte, findet auf der Internetseite des Wörterbuchverlages Duden viele Hinweise, unter anderem hier: http://www.duden.de/sprachwissen/newsletter/Duden-Newsletter-121110

Fehler im ersten Satz

Nichts ist ärgerlicher, als in seiner wissenschaftlichen Arbeit direkt im ersten Satz einen Fehler zu entdecken. So auch bei diesem Studenten: „XYs Qualität als charistmatischer Herrschaft wird immer wieder betont (…)“. Als Korrektorin ist mir bewusst, dass es sich hier um einen typischen Flüchtigkeitsfehler handelt, der daraus resultiert, das in der Arbeit häufig der Begriff „charismatische Herrschaft“ verwendet wird. Hier jedoch wird eindeutig das Wort „Herrscher“ gemeint.

Da einem als Autor solche Fehler meistens nicht auffallen, ist es immer zu empfehlen, Texte von Probelesern und Korrektoren prüfen zu lassen.

Umso und desto

Es sind die kleinen Dinge, die oft die größten Schwierigkeiten bereiten. So habe ich in Arbeiten häufig die Unsicherheit bei der Verwendung der Formulierung mit „umso“ und „desto“ erlebt.

Der häufigste Fehler in dieser Hinsicht ist dieser: „Umso größer der Faktor gewählt wird, desto größer wird der angezeigte Ausschnitt.“

Das ist kein korrektes Deutsch, da der Korrelat (Partnerwort) von „desto“ nicht „umso“ ist, sondern „je“. Die richtigen Verbindungen sind daher: „je…, desto“ und „je…, umso“.

Der Satz lautet richtig: „Je größer der Faktor gewählt wird, desto größer wird der angezeigte Ausschnitt.“

 

Die Gender-Frage

In der heutigen Zeit, in der Frauen und Männer gleichberechtigt sind, tritt häufig die Frage nach Gleichberechtigung in der Sprache auf. In der Sprache werden meistens die grammatisch maskulinen Formen als die neutrale, allgemeine Form verwendet. Davon fühlen sich aber einige Frauen diskriminiert, daher suchen viele Studenten und Wissenschaftler nach Formen, die auch das weibliche Geschlecht eindeutig einschließen.

Es gibt dafür verschiedene Lösungen. So kann man sich zum Beispiel dafür entscheiden, alle Berufsbezeichnungen immer konsequent in beiden Geschlechtsformen anzugeben, z. B. Mitarbeiter/‑innen. Das ist allerdings nur dann zu empfehlen, wenn man über die gesamte Arbeit konsequent darauf achtet, dass wirklich alle Bezeichnungen in diesen zwei Formen auftreten, sonst tritt eine Inkonsequenz auf, die das Gesamtbild der Arbeit stört.

Feministinnen entscheiden sich manchmal für die zweite Lösung: alle Bezeichnungen nur in der weiblichen Form hinschreiben, z. B. Mitarbeiterinnen. Ich persönlich sehe diese Lösung kritisch, da hier wiederum eindeutig das männliche Geschlecht diskriminiert wird.

Die dritte Lösung ist einfach und elegant. Es wird weiterhin in der allgemein als neutral empfundenen maskulinen Form geschrieben und fügt in der Einleitung oder in einer Fußnote die kleine Anmerkung an, dass die maskuline Form beide Geschlechter gleichermaßen einschließt.

 

Aufgehängt oder aufgehangen?

Dies ist eines der Wörter, die regelmäßig für Unsicherheiten sorgen. Plötzlich fragt man sich, ob es nun „Sie hat die Wäsche aufgehängt“ oder „Sie hat die Wäsche aufgehangen“ heißt.

Vorher kommt das Problem? Es gibt zwei Verben „hängen“.

Es gibt einmal das transitive Verb „hängen“ und einmal das intransitive Verb „hängen“. Damit ist die Verwirrung komplett.

Erst einmal zur Worterklärung:

Transitive Verben haben ein Akkusativobjekt. Ein gutes Beispiel ist „lieben“, denn es gibt einen, der liebt, und jemanden oder etwas, das geliebt wird: „Der Hund liebt sein Herrchen.“

Intransitive Verben hingegen haben kein Akkusativobjekt. Ein Beispiel dafür ist „sterben“, denn man stirbt immer allein: „Die Katze stirbt.“

Wenn es also das transitive Verb „hängen“ ist, handelt es sich um ein regelmäßiges Verb: hängen – hängte – gehängt.

Handelt es sich um das intransitive „hängen“, ist es ein unregelmäßiges Verb: hängen, hing, gehangen.

Ein etwas makabres Beispiel:

Der Mann hat sich aufgehängt. (transitiv, da „sich“ als Akkusativobjekt fungiert)

Er hing dort eine Woche. (intransitiv)

Er hätte dort noch lange gehangen, wenn ihn ein Spaziergänger nicht gefunden hätte. (intransitiv)

Ein weniger makabres Beispiel:

Sie hängte die neue Lampe auf. (transitiv, da Lampe ein Akkusativobjekt ist)

Die alte Lampe hing im Wohnzimmer zehn Jahre. (intransitiv)

Verwendung von Zitaten

Manchmal setzten Studenten Zitate in ihren Arbeiten falsch ein. Mir ist aufgefallen, dass Zitate häufig als eine Art „Ersatz“ für eigene Sätze oder Textpassagen verwendet werden und einfach unkommentiert dastehen. Zitate sollten aber möglichst in den eigenen Text eingebunden werden, indem sie entweder mit ein paar Worten eingeleitet oder hinterher kommentiert werden und Bezug auf sie genommen wird.

Zitate sollte man immer mit Bedacht wählen, sodass sie die eigenen Aussagen untermauern und belegen. Oder sie müssen analysiert, interpretiert und anschließend eigene Schlüsse daraus gezogen werden.

Es gibt zwei Fälle, in denen ein Zitat als überflüssig zu bewerten ist:

1. Wenn ein Zitat nur „schmückendes Beiwerk“ ist und inhaltlich nichts zu der Arbeit beiträgt.

2. Wenn er den eigenen Text ersetzt.

Im zweiten Fall kann manchmal auf das Zitat verzichtet und der Inhalt mit eigenen Worten wiedergeben werden (in der Quellenangabe mit „vgl.“ angeben).

Apostroph bei Abkürzungen

Der Student schreibt über Nichtregierungsorganisationen und möchte die Abkürzung NGO verwenden. Alles ist stimmig und gut, bis er irgendwann die Mehrzahl verwenden möchte und vor der schwierigen Frage steht: Heißt es nun richtig NGOs, NGO`s oder doch vielleicht NGO?

Die Antwort lautet: NGOs. In der deutschen Sprache werden Apostrophe beim Plural-„s“ grundsätzlich nicht verwendet. Das gilt auch für Abkürzungen.

Die Vergleichspartikel „wie“ und „als“

Es gibt in der deutschen Sprache durchaus tückische Wörter. Vor allem jene Personen, die sonst selbst wenig schreiben und eher mit der gesprochenen Sprache vertraut sind, tappen in solche Fallen wie diese. Die Rede ist von dem richtigen Gebrauch von „wie“ und „als“.

Hier ist ein Beispiel, in dem „wie“ falsch gebraucht wird:

„Laut dem Autor X haben Kinder ein größeres Gefühlschaos wie Erwachsene.“

Warum ist dies falsch? Schließlich sind sowohl „wie“ als auch „als“ Vergleichspartikel. Da liegt die Annahme nahe, man könne sie synonym verwenden.

Falsch ist es, da sie doch nicht in dem gleichen Bedeutungskontext verwendet werden: „Als“ drückt die Ungleichheit aus z. B. „Kinder haben ein größeres Gefühlschaos als Erwachsene“, während „wie“ die Gleichheit ausdrückt z. B. „Ich bin genauso alt wie du.“ Der oben stehende Satz ist sehr stark umgangssprachlich, könnte uns dennoch in der gesprochenen Sprache bei dem ein oder anderen begegnen. In wissenschaftlichen Arbeiten und anderen hochsprachlichen Texten dürfte ein solcher Satz allerdings nicht stehen.