Kunden naher/kundennaher Service

In einer Arbeit, die ich heute korrigiert habe, tauchte das Problem von Adjektiven auf, die aus Substantiv und Adjektiv zusammengesetzt sind. Der Student ließ sich durch das Substantiv in die Irre führen und schrieb „Anwender nahe Systeme“ und „Produktions nahe Landschaften“. Hier gilt allerdings wie bei allen Adjektiven, dass sie klein- und zusammengeschrieben werden: anwendernahe Systeme, produktionsnahe Landschaften. Dies gilt auch für Adjektive wie tierfreundlich, wassertauglich oder wasserfest.

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Zusammen- und Getrenntschreibung bei Verben

Ein häufiger Rechtschreibfehler auf Wortebene ist die Zusammen- und Getrenntschreibung von Verben. Dies bereitet Studenten oft Schwierigkeiten. So kann eine solche Formulierung zum Fallstrick werden: „Im Allgemeinen lässt sich fest halten, dass“

Wie kann man aber wissen, ob ein Verb zusammen- oder getrennt geschrieben wird? Es gibt dafür bestimmte Merkhilfen (Ausnahmen gibt es immer):

Getrennt geschrieben werden Verbindungen aus

Verb + Verb,  z.B. spazieren gehen

Verb+Partizip (erkennt man am ge-), z.B. kennen gelernt

Nomen+Verb, z.B. Ski fahren (nicht jedoch wenn sie als Substantive gebraucht werden, das Skifahren)

Zusammengeschrieben werden

einige Verbindungen aus Adjektiv und Verb, z.B. das oben genannte festhalten und Verbindungen aus Partikel und Verb  z.B. angehen

Verwirrung stiftet auch diese Frage: Warum wird zusammenschreiben zusammengeschrieben und getrennt schreiben getrennt geschrieben? Logisch erscheint es nicht, doch es wurde festgelegt: zusammenschreiben besteht aus Adverb+Verb (diese werden ebenfalls zusammengeschrieben), getrennt schreiben besteht aus Partizip+Verb (diese Verbindung wird getrennt geschrieben).

Wer sich noch mehr zum Thema informieren möchte, findet auf der Internetseite des Wörterbuchverlages Duden viele Hinweise, unter anderem hier: http://www.duden.de/sprachwissen/newsletter/Duden-Newsletter-121110

Aufgehängt oder aufgehangen?

Dies ist eines der Wörter, die regelmäßig für Unsicherheiten sorgen. Plötzlich fragt man sich, ob es nun „Sie hat die Wäsche aufgehängt“ oder „Sie hat die Wäsche aufgehangen“ heißt.

Vorher kommt das Problem? Es gibt zwei Verben „hängen“.

Es gibt einmal das transitive Verb „hängen“ und einmal das intransitive Verb „hängen“. Damit ist die Verwirrung komplett.

Erst einmal zur Worterklärung:

Transitive Verben haben ein Akkusativobjekt. Ein gutes Beispiel ist „lieben“, denn es gibt einen, der liebt, und jemanden oder etwas, das geliebt wird: „Der Hund liebt sein Herrchen.“

Intransitive Verben hingegen haben kein Akkusativobjekt. Ein Beispiel dafür ist „sterben“, denn man stirbt immer allein: „Die Katze stirbt.“

Wenn es also das transitive Verb „hängen“ ist, handelt es sich um ein regelmäßiges Verb: hängen – hängte – gehängt.

Handelt es sich um das intransitive „hängen“, ist es ein unregelmäßiges Verb: hängen, hing, gehangen.

Ein etwas makabres Beispiel:

Der Mann hat sich aufgehängt. (transitiv, da „sich“ als Akkusativobjekt fungiert)

Er hing dort eine Woche. (intransitiv)

Er hätte dort noch lange gehangen, wenn ihn ein Spaziergänger nicht gefunden hätte. (intransitiv)

Ein weniger makabres Beispiel:

Sie hängte die neue Lampe auf. (transitiv, da Lampe ein Akkusativobjekt ist)

Die alte Lampe hing im Wohnzimmer zehn Jahre. (intransitiv)

Apostroph bei Abkürzungen

Der Student schreibt über Nichtregierungsorganisationen und möchte die Abkürzung NGO verwenden. Alles ist stimmig und gut, bis er irgendwann die Mehrzahl verwenden möchte und vor der schwierigen Frage steht: Heißt es nun richtig NGOs, NGO`s oder doch vielleicht NGO?

Die Antwort lautet: NGOs. In der deutschen Sprache werden Apostrophe beim Plural-„s“ grundsätzlich nicht verwendet. Das gilt auch für Abkürzungen.

Die Vergleichspartikel „wie“ und „als“

Es gibt in der deutschen Sprache durchaus tückische Wörter. Vor allem jene Personen, die sonst selbst wenig schreiben und eher mit der gesprochenen Sprache vertraut sind, tappen in solche Fallen wie diese. Die Rede ist von dem richtigen Gebrauch von „wie“ und „als“.

Hier ist ein Beispiel, in dem „wie“ falsch gebraucht wird:

„Laut dem Autor X haben Kinder ein größeres Gefühlschaos wie Erwachsene.“

Warum ist dies falsch? Schließlich sind sowohl „wie“ als auch „als“ Vergleichspartikel. Da liegt die Annahme nahe, man könne sie synonym verwenden.

Falsch ist es, da sie doch nicht in dem gleichen Bedeutungskontext verwendet werden: „Als“ drückt die Ungleichheit aus z. B. „Kinder haben ein größeres Gefühlschaos als Erwachsene“, während „wie“ die Gleichheit ausdrückt z. B. „Ich bin genauso alt wie du.“ Der oben stehende Satz ist sehr stark umgangssprachlich, könnte uns dennoch in der gesprochenen Sprache bei dem ein oder anderen begegnen. In wissenschaftlichen Arbeiten und anderen hochsprachlichen Texten dürfte ein solcher Satz allerdings nicht stehen.

Allgemeine Tipps zur Korrektur von wissenschaftlichen Arbeiten

Meine Erfahrung als Korrektorin hat gezeigt, dass Studenten in ihren Haus- und Abschlussarbeiten immer wieder die gleichen Fehler machen. Wer also beim Überarbeiten seiner wissenschaftlichen Arbeit folgende Punkte beachtet, vermeidet schon viele unnötige Fehler:

  • Schreibe keine zu langen Sätze. Bei mehr als zwei Einschüben wird der Satz oft zu unübersichtlich.
  • Achte darauf, dass die Pronomen einen klaren Bezug haben. Häufig wird „dies“ am Satzanfang verwendet, ohne dass zu hundert Prozent klar wäre, worauf es sich bezieht.
  • Prüfe, ob die Kapitelnummerierung wirklich durchlaufend ist. Nichts ist ärgerlicher, als nach dem Binden der Arbeit festzustellen, dass die Nummern nicht stimmen.
  • Prüfe auch, ob die Seitenzahlen zwischen Text und Inhaltsverzeichnis tatsächlich übereinstimmen.
  • Achte auf eine einheitliche Schreibweise von Fachbegriffen und Wörtern.
  • Auch die Formatierung von Hervorhebungen und Bildunterschriften sollte einheitlich sein.
  • Sind alle Informationen, die nicht von dir selbst stammen, mit Quellenangaben versehen?
  • Doppelte Leerzeichen kannst du mithilfe der Ersetzen-Funktion von Word finden.
  • Abkürzungen im Fließtext sollten vermieden werden. Nur in Klammern und Fußnoten können sie verwendet werden.
  • Hast du alle Zahlen bis 12 ausgeschrieben? Nur Zahlen, denen eine Einheit nachfolgt (z. B. 5 kg), sind davon nicht betroffen.
  • Verwende keine rhetorischen Fragen. Es wird in wissenschaftlichen Arbeiten lieber gesehen, wenn du die Fragen indirekt formulierst.

Wenn du das Gefühl haben solltest, „betriebsblind“ geworden zu sein und die eigenen Fehler nicht mehr zu sehen, hilft es manchmal, die Arbeit einige Tage liegen zu lassen. Dann hast du einen frischen Blick darauf. Empfehlenswert ist auch, deine Arbeit einem Kommilitonen oder Familienmitglied zum Gegenlesen zu geben. Da diese allerdings nicht immer „Grammatik- und Rechtschreibgenies“ sind, kann unter Umständen auch eine professionelle Korrektur helfen.

Fehlerquelle Relativsatz

Relativsätze sind Nebensätze, die durch die Relativpronomen „der, die, das“, „welcher, welche, welches“, „dessen, deren“ und „was“ und durch Relativadverbien „wo, womit, wofür…“ eingeleitet werden. Sie geben Zusatzinformationen zu dem Nomen/Pronomen, dem sie nachfolgen. An dieser Stelle wären wir schon bei dem ersten häufigen Fehler: Oftmals wird der Relativsatz an falscher Stelle im Satz begonnen. Dabei muss er möglichst direkt dem Nomen/Pronomen, das er näher bestimmt, nachfolgen.

Des Weiteren muss der Relativsatz durch Kommata abgetrennt werden – sowohl zu Beginn als auch am Ende.

Weiterhin stiftet die Wahl des richtigen Relativpronomens Verwirrung. So fragen sich viele, wann sie „der, die, das“ und wann „welcher, welche, welches“ verwenden sollen. Im Sprachgebrauch ist „der, die, das“ üblicher. „Welcher, welche, welches“ kann benutzt werden, um Wiederholungen zu vermeiden, z. B. „Die Dame, die die Katzen füttert.“ vs. „Die Dame, welche die Katzen füttert.“

Vor dem Relativpronomen kann übrigens auch eine Präposition stehen. Dann steht das Komma sowohl vor dem Relativpronomen als auch vor der Präposition: „Das Auto, mit dem ich zur Arbeit fahre, ist heute in der Werkstatt.“