Kunden naher/kundennaher Service

In einer Arbeit, die ich heute korrigiert habe, tauchte das Problem von Adjektiven auf, die aus Substantiv und Adjektiv zusammengesetzt sind. Der Student ließ sich durch das Substantiv in die Irre führen und schrieb „Anwender nahe Systeme“ und „Produktions nahe Landschaften“. Hier gilt allerdings wie bei allen Adjektiven, dass sie klein- und zusammengeschrieben werden: anwendernahe Systeme, produktionsnahe Landschaften. Dies gilt auch für Adjektive wie tierfreundlich, wassertauglich oder wasserfest.

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Aufgehängt oder aufgehangen?

Dies ist eines der Wörter, die regelmäßig für Unsicherheiten sorgen. Plötzlich fragt man sich, ob es nun „Sie hat die Wäsche aufgehängt“ oder „Sie hat die Wäsche aufgehangen“ heißt.

Vorher kommt das Problem? Es gibt zwei Verben „hängen“.

Es gibt einmal das transitive Verb „hängen“ und einmal das intransitive Verb „hängen“. Damit ist die Verwirrung komplett.

Erst einmal zur Worterklärung:

Transitive Verben haben ein Akkusativobjekt. Ein gutes Beispiel ist „lieben“, denn es gibt einen, der liebt, und jemanden oder etwas, das geliebt wird: „Der Hund liebt sein Herrchen.“

Intransitive Verben hingegen haben kein Akkusativobjekt. Ein Beispiel dafür ist „sterben“, denn man stirbt immer allein: „Die Katze stirbt.“

Wenn es also das transitive Verb „hängen“ ist, handelt es sich um ein regelmäßiges Verb: hängen – hängte – gehängt.

Handelt es sich um das intransitive „hängen“, ist es ein unregelmäßiges Verb: hängen, hing, gehangen.

Ein etwas makabres Beispiel:

Der Mann hat sich aufgehängt. (transitiv, da „sich“ als Akkusativobjekt fungiert)

Er hing dort eine Woche. (intransitiv)

Er hätte dort noch lange gehangen, wenn ihn ein Spaziergänger nicht gefunden hätte. (intransitiv)

Ein weniger makabres Beispiel:

Sie hängte die neue Lampe auf. (transitiv, da Lampe ein Akkusativobjekt ist)

Die alte Lampe hing im Wohnzimmer zehn Jahre. (intransitiv)

Die Vergleichspartikel „wie“ und „als“

Es gibt in der deutschen Sprache durchaus tückische Wörter. Vor allem jene Personen, die sonst selbst wenig schreiben und eher mit der gesprochenen Sprache vertraut sind, tappen in solche Fallen wie diese. Die Rede ist von dem richtigen Gebrauch von „wie“ und „als“.

Hier ist ein Beispiel, in dem „wie“ falsch gebraucht wird:

„Laut dem Autor X haben Kinder ein größeres Gefühlschaos wie Erwachsene.“

Warum ist dies falsch? Schließlich sind sowohl „wie“ als auch „als“ Vergleichspartikel. Da liegt die Annahme nahe, man könne sie synonym verwenden.

Falsch ist es, da sie doch nicht in dem gleichen Bedeutungskontext verwendet werden: „Als“ drückt die Ungleichheit aus z. B. „Kinder haben ein größeres Gefühlschaos als Erwachsene“, während „wie“ die Gleichheit ausdrückt z. B. „Ich bin genauso alt wie du.“ Der oben stehende Satz ist sehr stark umgangssprachlich, könnte uns dennoch in der gesprochenen Sprache bei dem ein oder anderen begegnen. In wissenschaftlichen Arbeiten und anderen hochsprachlichen Texten dürfte ein solcher Satz allerdings nicht stehen.

Fehlerquelle Relativsatz

Relativsätze sind Nebensätze, die durch die Relativpronomen „der, die, das“, „welcher, welche, welches“, „dessen, deren“ und „was“ und durch Relativadverbien „wo, womit, wofür…“ eingeleitet werden. Sie geben Zusatzinformationen zu dem Nomen/Pronomen, dem sie nachfolgen. An dieser Stelle wären wir schon bei dem ersten häufigen Fehler: Oftmals wird der Relativsatz an falscher Stelle im Satz begonnen. Dabei muss er möglichst direkt dem Nomen/Pronomen, das er näher bestimmt, nachfolgen.

Des Weiteren muss der Relativsatz durch Kommata abgetrennt werden – sowohl zu Beginn als auch am Ende.

Weiterhin stiftet die Wahl des richtigen Relativpronomens Verwirrung. So fragen sich viele, wann sie „der, die, das“ und wann „welcher, welche, welches“ verwenden sollen. Im Sprachgebrauch ist „der, die, das“ üblicher. „Welcher, welche, welches“ kann benutzt werden, um Wiederholungen zu vermeiden, z. B. „Die Dame, die die Katzen füttert.“ vs. „Die Dame, welche die Katzen füttert.“

Vor dem Relativpronomen kann übrigens auch eine Präposition stehen. Dann steht das Komma sowohl vor dem Relativpronomen als auch vor der Präposition: „Das Auto, mit dem ich zur Arbeit fahre, ist heute in der Werkstatt.“