Stilistik: Personalpronomen

Der Stil einer wissenschaftlichen Arbeit unterscheidet sich von dem anderer Textsorten. Immer wieder wird von Studenten in der 1. Person Singular geschrieben, wenn sie ihre Forschungsfrage, ihre Methoden und eigene Meinung beschreiben. Tatsächlich ist es in vielen Ländern wie z. B. in Polen oder Tschechien vollkommen legitim, diese Form in wissenschaftlichen Arbeiten zu verwenden. An den meisten deutschen Universitäten wird es hingegen nicht gerne gesehen. So ist in deutschsprachigen Arbeiten das Personalpronomen „ich“ meist zu vermeiden. Solche Sätze, in denen die persönliche Meinung oder Zielsetzung kundgegeben wird, werden am besten mit Wendungen wie „die Verfasserin der vorliegenden Arbeit“ oder „die Autorin dieser Arbeit“ formuliert. So wird eine Distanz zur eigenen Person geschaffen, es ist aber dennoch deutlich, dass es die eigene Meinung ist. Diese Form ist allerdings für viele Studenten zunächst gewöhnungsbedürftig.

In die gleiche Kategorie fällt die persönliche Anrede des Lesers. Was vielleicht in Werbetexten oder Märchen gut passt, ist in einer wissenschaftlichen Arbeit nicht angemessen. Also sollten weder das Personalpronomen „Sie“ noch Pronomen, die den Leser mit einschließen z. B. „uns“ oder „wir“ eingesetzt werden. Ein Beispiel zur Veranschaulichung: „Die Untersuchung der uns hier vorliegenden Werke auf schwarzromantische Elemente“ In diesem Satz reicht es aus, das „uns“ wegzulassen.

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